Tilmann Zahn  |call it anything…

Vernissage:  Mittwoch, 6. Juni 2018, 19.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 7. Juni - 14. Juli 2018

Tilmann Zahn
1966 geboren in Osnabrück

seit ca. 1976 intensive Beschäftigung mit Malerei, später zusätzlich mit Fotografie. 1986 - 1991 Musikhochschule Freiburg / Brsg. Seit 1992 Solo - Oboist im Sinfonieorchester Basel. Als künstlerischer Autodidakt hat er schon sehr früh (als Kind in auf Ausstellungsbesuchen mit den Eltern ) sein Interesse für die Haptik der Materialien der arte povere ( analog Beuys) entwickelt.

Er lebt und arbeitet in Basel (CH) Tilmann Zahn verspürte schon in frühen Jahren einen Sog in Farbflächen hinein. So fragt er sich immer wieder, wie ein Maler, Max Ernst beispielsweise, malerisch eine bestimmte Wirkung erzielt Sein persönlicher Weg zu den sinnlichen schmutzig-dunkel patinierten mit Schmieröl und Graphit bearbeiteten Farbflächen führte ihn zunächst zu Materialbildern mit dicken, pastosen Farbmassen und darin eingelassenen Fundgegenständen. ? So sucht er Orte auf, die andere meiden: Die schäbigen und unwirtlichen Rückseiten der glitzernden Konsumwelt. Zu Güterbahnhöfen, Industrieanlagen, Ladeplätzen für Lastautos führen seine Wege. Zu Orten, denen der Schmutz der Reisen, der Schweiß der harten Arbeit anhaftet.
 
Ab 2000 fing er dann an, einfache Formen von erfundenen Werkzeugen zweidimensional aus und auf Papier zu gestalten. Schließlich wurde die Form selber Bild. Damit begann er die Formen an wenigen Stellen, wo es das Motiv erforderte, zu perforieren, zu reißen. Diese Technik des Reißens des Papiers, stellt einen wesentlichen Teil des komplexen Arbeitsprozesses dar, dem er das Material unterzieht: Körniges, nicht grundiertes Papier badet er in verdünntem Öl und bearbeitet es anschließend mit Graphit.
 
„Omnia vanitas, als Ausgangspunkt des Neuen ? ...denn die wahren Schönheiten finden sich nicht in den Auslagen unserer Konsumpaläste“. Tilmann Zahn beschäftigt sich mit dem Phänomen der Vergänglichkeit, ihn faszinieren Prozesse von Entstehen und Verfallen, die selbst scheinbar dauerhafte Materialien, wie z.B. Eisen, im Lauf der Zeit in seine Bestandteile zersetzen. (©: U. Jakob 2014)
 
So erhält das Entwertete neuen Wert, das Banal scheinende wird nobilitiert, das Profane wird letztlich zum Heiligen. Eine Reihe kleiner Arbeiten, die mit ihren herausgerissenen und sorgfältig wieder eingebetteten Zeichen an kunstvolle Intarsienarbeiten erinnern, nennt er denn auch „Kleinode“. Wenn nun Tilmann Zahn Leinwände perforiert und Papier in filigranste Gebilde zerreisst, dann geht es ihm immer auch darum, den Dingen auf den Grund zu gehen, bis in seine innerste Beschaffenheit vorzudringen, um dabei die Schönheit sichtbar zu machen, die sich erst in der Verletzlichkeit ganz offenbart (©: K.Piwecki, 2008).
 
 

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